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Bit Reactor: Zwangsurlaub trotz Star-Wars-Erfolg

Bit Reactor, das Studio hinter dem neuen Star-Wars-Taktikspiel Zero Company, hat wenige Wochen vor dem Launch einen Großteil seiner Belegschaft in Zwangsurlaub geschickt – rund 80 Prozent des Entwicklerteams, wie mehrere Fachmedien übereinstimmend berichten. Pikant: Das Spiel selbst läuft blendend. Zero Company gilt bei Kritikern als das bestbewertete Star-Wars-Spiel seit über zwei Jahrzehnten und stellte zum Release einen neuen Spielerrekord für die Franchise auf Steam auf. Erfolg und Krise fallen hier fast zeitgleich zusammen – und das wirft Fragen auf.

Bit Reactor ist kein Branchenriese, sondern ein vergleichsweise junges Studio. Gegründet hat es Greg Foertsch, der zuvor 22 Jahre lang bei Firaxis Games als Art Director an der XCOM-Reihe mitgearbeitet hat. Öffentlich vorgestellt wurde Bit Reactor im Januar 2022, der Sitz liegt in Hunt Valley, Maryland – derselben Gegend, in der einst auch das Studio MicroProse zuhause war. Zero Company (voller Titel: Star Wars Zero Company) ist ein rundenbasiertes Taktik-Rollenspiel, angesiedelt in der Ära der Klonkriege. Entwickelt wurde es von Bit Reactor, mit Respawn Entertainment als weiterem Credit; die Story stammt von Aaron Contreras, der bereits an den Jedi-Spielen mitschrieb. Veröffentlicht haben EA und Lucasfilm Games das Spiel am 27. August 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X/S.

Genau in diese Erfolgsphase platzte die Nachricht: Laut Berichten von GameFile und weiteren Fachmedien beurlaubte Bit Reactor Wochen vor dem Launch rund 80 Prozent seines Entwicklerteams – nur etwa ein Fünftel der Belegschaft blieb aktiv im Lohn. Als Grund wird kolportiert, dem Studio sei kurz vor Release schlicht das Geld ausgegangen. Für Betroffene bedeutete das laut Medienberichten teils schon seit Mai 2026 ausbleibende Gehälter, während das fertige Spiel gleichzeitig gefeiert wurde.

Ein Rechtsstreit im Hintergrund

Ans Licht kam der Zwangsurlaub im Zuge eines Rechtsstreits: Alison Kelly, laut mehreren Quellen ein Gründungsmitglied von Bit Reactor, verklagt Firmenchef Greg Foertsch – die Klage wurde 2024 eingereicht und im August 2026 aktualisiert. Kelly wirft Foertsch vor, die Zwangsurlaubswelle verschleiert und sie selbst unrechtmäßig aus dem Unternehmen gedrängt zu haben; Foertsch und Bit Reactor weisen die Vorwürfe zurück. Der eigentlich für Juni 2026 angesetzte Prozess wurde inzwischen auf Anfang 2027 verschoben.

Offizielle Verkaufszahlen hat EA bislang nicht veröffentlicht – öffentlich belegt ist bisher nur der Steam-Rekord bei den gleichzeitigen Spielerzahlen, mit dem Zero Company frühere Star-Wars-Titel wie Jedi: Survivor und Jedi: Fallen Order hinter sich ließ. Für die Community bleibt ein schaler Beigeschmack: Ein Spiel, das gerade als bestes Star-Wars-Erlebnis seit Jahren gefeiert wird, entstand offenbar auch auf dem Rücken eines Teams, das sich kurz vor dem gemeinsamen Erfolg ohne Gehalt wiederfand. Ob und wie sich das auf zukünftige Projekte von Bit Reactor auswirkt, dürfte sich frühestens mit dem Prozessbeginn Anfang 2027 zeigen.