Electronic Arts hat bestätigt: CEO Andrew Wilson kam im vergangenen Geschäftsjahr auf eine Gesamtvergütung von 38,65 Millionen Dollar — ein Plus von 27 Prozent gegenüber den 30,53 Millionen im Jahr davor. Die Zahlen kommen wenige Monate, nachdem EA an gleich vier eigenen Studios Stellen gestrichen hat, und entfachen prompt die altbekannte Debatte über Vorstandsgehälter inmitten von Entlassungswellen.
Wilsons Paket setzt sich zusammen aus 1,3 Millionen Dollar Grundgehalt, 28,48 Millionen in Aktien, 6,5 Millionen Bonus und 2,37 Millionen Dollar "sonstige Leistungen" — darunter sollen laut Berichten private Sicherheitsdienste und Privatjet-Nutzung fallen. Zum Vergleich: Das Gesamtpaket entspricht dem 305-Fachen des Gehalts, das ein durchschnittlicher EA-Mitarbeiter im Jahr verdient — 126.612 Dollar.
Es ist nicht das erste Mal, dass Wilsons Name neben Entlassungen auftaucht. Er wurde 2013 CEO, nachdem John Riccitiello nach "finanziellen Enttäuschungen", wie EA es damals nannte, überraschend zurückgetreten war — Wilson, der zuvor EA Sports und die frühe Free-to-Play-Plattform Origin mit aufgebaut hatte, war damit der erste EA-Studio-Manager, der an die Spitze aufstieg. Entlassungen begleiteten seine Amtszeit mehrfach: 2019 strich EA rund 350 Stellen und schloss die Büros in Japan und Russland komplett, 2024 folgten rund fünf Prozent der Belegschaft sowie die Absage eines Star-Wars-Shooters von Respawn Entertainment — begründet mit dem Wunsch, "tiefere, stärker vernetzte Erlebnisse" zu liefern und "Fandom wachsen zu lassen".
Die Entlassungswelle vom März 2026 traf gezielt DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive — die vier Studios hinter Battlefield 6 — nur wenige Monate, nachdem genau dieses Spiel zum meistverkauften Titel des Jahres 2025 in den USA wurde. Dieser Zeitpunkt ist es, der die schärfste Kritik auslöst: der größte kommerzielle Erfolg eines Studios seit Jahren, gefolgt fast unmittelbar von Entlassungen an genau diesem Studio.
Es gibt auch einen Grund, warum diese Art der Offenlegung womöglich nicht mehr lange möglich sein wird. EA befindet sich aktuell in einem Übernahmeprozess durch ein Investorenkonsortium, das auch saudi-arabisch finanziertes Kapital umfasst — geht dieser Deal durch, wäre EA nicht mehr zur Veröffentlichung der Pflichtberichte verpflichtet, die diese Art von Gehalts-Transparenz überhaupt erst ermöglichen. Es könnte also eines der letzten Male sein, dass solche Zahlen so klar öffentlich einsehbar sind.
