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Ron Gilbert: Thimbleweed Park 2 – Das Comeback

Ron Gilbert, Mitschöpfer von „Monkey Island“ und „Maniac Mansion“, hat im Juli 2026 „Thimbleweed Park 2“ angekündigt — die Fortsetzung des Point-and-Click-Mordmysteriums von 2017. Wie eine Fortsetzung angesichts des Endes des ersten Teils überhaupt funktioniert, lässt Gilbert bewusst offen und beschreibt das neue Spiel nur als „nicht wirklich eine Fortsetzung, nicht wirklich ein Prequel“. Monkey Island ist dabei mehr als nur ein weiterer Eintrag in seiner Vita — es gilt weithin als das Spiel, das das Point-and-Click-Adventure-Genre überhaupt erst geprägt hat, aufgebaut auf der SCUMM-Engine, die Lucasfilm Games ursprünglich für Maniac Mansion entwickelt hatte und die zur mausgesteuerten, weitgehend todesfreien Oberfläche verfeinert wurde, die später zum Industriestandard wurde; das originale Secret of Monkey Island war später sogar Teil der Ausstellung „The Art of Video Games“ 2011 im Smithsonian American Art Museum, gemeinsam mit Pac-Man und Super Mario Bros.

Beim zurückkehrenden Team liest sich die Liste wie ein Wiedersehen des Original-Casts: Mitschöpfer Gary Winnick, Hintergrundkünstler Mark Ferrari, Adventure-Veteran David Fox, Pixelart-Künstler Octavi Navarro und Programmierer Robert Megone sind wieder mit an Bord, die Musik kommt erneut von Steve Kirk. Die Erfolgsbilanz dieses Original-Teams spricht für sich: Der erste Thimbleweed Park wurde über eine Kickstarter-Kampagne 2017 finanziert, die bei einem Ziel von 375.000 Dollar am Ende 626.250 Dollar von mehr als 15.600 Unterstützern einspielte, und erreichte anschließend 84 Punkte auf Metacritic sowie den Adventure-Gamers-Preis „Best Adventure of 2017“. Statt die Fortsetzung wie beim ersten Teil über Kickstarter zu finanzieren, veröffentlicht Gilbert „Thimbleweed Park 2“ diesmal in Eigenregie mit der Unterstützung eines privaten Investors — eine Entscheidung, die dem Team laut Gilbert mehr kreative Freiheit verschafft.

Technisch nutzt das Spiel dieselbe Engine, die bereits für „Return to Monkey Island“ entwickelt wurde, statt der Engine des ersten Thimbleweed Park, ergänzt um Shader und die FMOD-Audio-Middleware, um die Pixel-Optik zeitgemäß zu unterstützen, ohne den Retro-Look zu verlieren. Bestätigt sind Steam und GOG für Windows, Mac und Linux sowie Switch, Xbox und PlayStation. Gilbert führt zum Projekt einen öffentlichen Entwickler-Blog, ganz im transparenten, community-nahen Stil, der schon dem ersten Teil eine treue Fangemeinde verschafft hat.

Story-seitig ist bestätigt, dass die Agenten Ray und Reyes erneut einen Todesfall im Edmund Mansion untersuchen werden — demselben Schauplatz, der schon das erste Mysterium trug. Darüber hinaus hält sich Gilbert bewusst bedeckt und hat sogar Kommentare gelöscht, die alte Debatten über den Pixel-Art-Stil des ersten Teils wieder aufwärmen wollten, statt darauf einzugehen. Der Release ist für Anfang 2028 angesetzt — ein langer Vorlauf, der zeigt, wie sorgfältig Gilbert das Projekt offenbar vor zu frühem Hype schützen will.

Drei Jahre zwischen Ankündigung und Release verlangen einiges an Geduld, gerade für ein Nischengenre, das schon einmal fast verschwunden war, bevor Thimbleweed Park es zurückbrachte. Diese Geduldsprobe fällt zudem in eine Zeit, in der das Genre, das Gilbert mitbegründet hat, gerade eine echte zweite Blüte erlebt: Return to Monkey Island, die 2022 erschienene Fortsetzung, bei der Gilbert Regie führte und sein langjähriger Weggefährte Dave Grossman am Drehbuch mitschrieb, wurde selbst wohlwollend aufgenommen und wurde zum meistverkauften Teil der Reihe — ein Beleg dafür, dass Publikum weiterhin offen für ruhig erzählte, dialoglastige Adventures nach altem Rezept ist. Gilberts Erfolgsgeschichte — von „Maniac Mansion“ über „Monkey Island“ bis zum ersten Thimbleweed Park — ist genau der Grund, warum eine vorsichtig entwickelte, selbstfinanzierte Fortsetzung mit dem kompletten Original-Team eher Vertrauen verdient als Skepsis.