Ein neues Spiel namens "Nekome: Nazi Hunter" hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem es behauptet, unpolitisch zu sein – trotz seines expliziten Themas, das die Jagd auf Faschisten in Deutschland und Amerika beinhaltet. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Jägers, dessen Hauptaufgabe es ist, mit Freude gegen Nazi-Schergen zu kämpfen. Entwickelt wird das Spiel von ProbablyMonsters, dem Studio des früheren Bungie-CEOs Harold Ryan. Die Entwickler bestehen darauf, dass das Spiel keine politische Agenda verfolgt. Doch kann ein Spiel, dessen Handlung solch ein brisantes Thema aufgreift, wirklich unpolitisch sein?
Die Debatte, ob Spiele politisch sein sollten oder nicht, ist nicht neu. "Nekome: Nazi Hunter" wirft jedoch eine besondere Frage auf: Kann man sich tatsächlich von politischem Kontext lösen, wenn das Spiel selbst einem historisch aufgeladenen Thema gewidmet ist? Die Entwickler betonen, dass der Fokus auf dem Gameplay und dem Spaß liegt und nicht auf einer politischen Botschaft. Doch das Narrativ und die gewählten Gegner sind untrennbar mit politischer Geschichte verbunden.
In der Vergangenheit haben Spiele wie "Wolfenstein" gezeigt, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Videospielen sowohl herausfordernd als auch polarisierend sein kann. Diese Spiele sind bekannt für ihren offenen Umgang mit der Darstellung von Nazis als Feinde und haben oft Diskussionen über die Darstellung von Gewalt und Politik in der Gaming-Kultur ausgelöst. In diesen Beispielen wurde häufig die Frage gestellt, ob und wie Videospiele als Spiegel der Gesellschaft fungieren sollten.
Spiegel der Gesellschaft?
"Nekome: Nazi Hunter" steht nun ebenfalls im Rampenlicht dieser Debatte. Es ist nicht das erste Spiel, das sich eines kontroversen Themas annimmt, aber die Behauptung der Entwickler, unpolitisch zu sein, wirft einen Schatten auf die sonst klare Trennung zwischen Spielspaß und politischem Diskurs. Spiele in einem politischen Vakuum zu betrachten, ist fast unmöglich, wenn sie auf realen historischen Ereignissen basieren. Es stellt sich die Frage, ob der Mangel an politischem Kommentar als Ignoranz oder als bewusste Entscheidung interpretiert werden sollte.
Obwohl die Entwickler von "Nekome: Nazi Hunter" darauf bestehen, dass ihr Spiel keine politische Stellungnahme ist, bleibt es schwer, diese Behauptung zu unterstützen. Die polarisierende Natur des Themas an sich lädt zu Reflexion und zu Diskussionen ein. Einige könnten argumentieren, dass es eine verpasste Gelegenheit ist, ein bedeutendes und aufklärendes Narrativ zu schaffen. Dennoch ermöglicht das Spiel den Spielern, sich in einem extremen Setting auszutoben und sich ihrer Fantasie hinzugeben. Ob dies als verantwortungslos oder als bewusstes Unterhaltungsangebot zu werten ist, bleibt den Spielern überlassen. Klar ist jedoch: "Nekome" regt die Diskussion über die Grenzen und Möglichkeiten von politischem Content in Videospielen erneut an.
